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Schlechter Schlaf? Es könnte die Schilddrüse sein

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In den letzten Wochen und Monaten schlafen Sie schlechter als gewohnt, können sich aber nicht erklären, warum? Was viele nicht auf dem Schirm haben: Ist die Schilddrüse aus dem Takt geraten, kann es zu Schlafstörungen kommen. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) aufmerksam.
Dieses kleine Organ unterhalb des Kehlkopfes produziert Hormone, die unter anderem Energiehaushalt, Stimmung und Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Bildet die Schilddrüse zu wenig oder zu viele Hormone, kann sich das mit der Zeit bemerkbar machen. «Wer dauerhaft schlecht schläft und zusätzlich körperliche Veränderungen bemerkt, sollte die Schilddrüse ärztlich abklären lassen», rät der Nuklearmediziner Markus Essler.
So können sich Fehlfunktionen auf den Schlaf auswirken
Hausarzt oder Hausärztin kann mit einer Blutuntersuchung klären, ob eine Unterfunktion oder eine Überfunktion vorliegt. Beide können sich auf den Schlaf auswirken:
- Überfunktion der Schilddrüse
Ist die Schilddrüse zu aktiv, «läuft der Stoffwechsel permanent auf Hochtouren, viele Betroffene fühlen sich wie unter Strom», beschreibt BDN-Experte Essler. Einschlafen und Durchschlafen fällt dann oft schwerer. Typische Symptome einer Überfunktion sind zudem innere Unruhe, Nervosität und Herzrasen. Auch nächtliches Schwitzen kann auf eine Überfunktion zurückgehen.
- Unterfunktion der Schilddrüse
«Viele Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion sind tagsüber erschöpft und antriebslos, schlafen aber nachts trotzdem schlecht», so Esser. Das kann laut dem BDN unter anderem auf nächtliche Atemaussetzer zurückzuführen sein - von letzteren sind Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion häufiger betroffene als andere. Zu den weiteren häufigen Symptomen einer Unterfunktion zählen Konzentrationsstörungen, eine Gewichtszunahme oder Kälteempfindlichkeit.
Übrigens: Die biologischen Mechanismen hinter der Wechselbeziehung zwischen Schlaf und Schilddrüse sind nicht bis ins Detail bekannt. Forscherinnen und Forscher vermuten laut dem BDN, dass Schilddrüsenhormone auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn einwirken, die Schlaf und Stimmung steuern.
Durch Behandlung verbessert sich Schlaf oft wieder
Die gute Nachricht - auch für den Schlaf: Sowohl Überfunktion als auch Unterfunktion lassen sich gut behandeln. Bei einer Unterfunktion kommt L-Thyroxin zum Einsatz, das die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt. Überfunktionen werden mit sogenannten Thyreostatika behandelt, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. «Häufig verbessert sich mit der Therapie dann auch die Schlafqualität deutlich», so Essler.
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(16.07.2026)


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